China zerstört systematisch Moscheen der uigurischen (Uyghurischen) Minderheit

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Eine Frau protestiert mit der uigurischen (Uyghurischen) Flagge in Japan. In China werden die Uiguren (Uyghuren) systematisch diskriminiert.

Nach Angaben der chinesischen Regierung wurden seit 2014 knapp 13.000 Menschen in der Provinz Xinjiang (Uyghuristan) festgenommen, wo die muslimische Minderheit der Uiguren (Uyghuren) lebt. China behauptet, die Festnahmen seien im Rahmen einer Deradikalisierungstrategievorgenommen worden, und bei den Festgenommenen handle es sich um muslimische Terroristen. Doch immer mehr deutet darauf hin, dass die ansässigen Uiguren (Uyghuren)  zunehmenden Repressalien und Menschenrechtsverletzungen des
kommunistischen Regimes ausgesetzt sind. Neben den Festnahmen ist auch das Verschwinden von Moscheen in der Region zu beobachten.

China will Uiguren (Uyghuren) „sinisieren”

Die Uiguren (Uyghuren)  sind ein muslimisches Turkvolk, das sich vor Jahrhunderten entlang der alten Seidenstraße niedergelassen hat. In der autonomen Region Xinjiang (Uyghuristan)  entstand ein florierendes Zentrum muslimischer, uigurischer Kultur. Prächtige Moscheen und belebte Märkte prägten das Bild der Region. Doch schon seit dem Jahr 1955, als China das Gebiet angliederte, brach ein Kampf zwischen den Uiguren (Uyghuren)  und Chinas Machthabern aus. Während die Uiguren (Uyghuren) ihr Recht auf Selbstbestimmung einfordern, will China die Region zunehmend „sinisieren” und erzwingt somit, dass sich die Uiguren (Uyghuren) an die Mehrheit der Han-Chinesen anpassen. 

Um diesen Plan umzusetzen, ordnete die chinesische Regierung die Ansiedlung von Han-Chinesen in der von zehn Millionen Uiguren (Uyghuren) bewohnten Provinz Xinjiang (Uyghuristan) an. Zudem sollen die Uiguren (Uyghuren)  kein Arabisch mehr lernen, Kinder sollen nicht mehr die muslimischen Namen Mohammed oder Fatima tragen. Auch das Zeigen von religiösen Symbolen wird geahndet. Der UN zufolge werden bis zu eine Million Uiguren (Uyghuren) and andere turkstämmige Muslime in chinesischen Internierungslagern festgehalten. In den Lagern findet dann eine politische und kulturelle Indoktrination statt. 

 

China formalisiert die Zerstörung uigurischer Kultur

Das Ausmaß der systematischen Diskriminierung gegen die muslimische Minderheit ist auch an der schrittweisen Zweckentfremdung von Moscheen und der teilweisen Zerstörung der jahrhundertealten Bauten zu beobachten. Wie die „Süddeutsche Zeitung” berichtete, zeigen letzte Bilder der Kargilik-Moschee im chinesischen Regierungsbezirk Kaschgar,dass am Eingang ein überdimensionales, rotes Plakat mit der Aufschrift: „Liebe die Partei, liebe das Land” angebracht wurde. Die Propaganda sollte das muslimische Glaubensbekenntnis überdecken, das in kalligraphischer Schrift am Eingang der Moschee zu sehen war. Nun exisitiert die Moschee nicht mehr. 

Peter Irwin vom Weltkongress der Uiguren (Uyghuren) mit Sitz in München erklärt gegenüber der „SZ”, dass die Zerstörung der Moscheen Teil des sogenannten „Moschee-Berichtigungs-Programms“ seien. Damit würde die Vernichtung „eines zentralen Aspekts uigurischer Kultur formalisiert.“

Satellitenbilder decken Ausmaß der Verfolgung auf 

Auch die Keriya-Aitika-Moschee, die als historisch- und kulturell schützenswerter Ort gilt, wurde anscheinend vom kommunistischen Regime zerstört. Dies konnte der Open-Source-Analyst Nick Waters anhand von Satellitenbildern nachvollziehen. Da Informationen über das Vorgehen der chinesischen Regierung in der Provinz nur schwer zugänglich sind, ist die Auswertung solcher Bilder eine wichtige Informationsquelle. Auch der Jurastudent Shawn Zhang von der University of British Columbia wertete laut „SZ” Satellitenbilder aus und stellte dabei Erschreckendes fest: Neben verschwundenen Moscheen wies seine Recherche auf 66 Internierungslager hin, die China in der Region gebaut hat. Er war einer der Ersten weltweit, der die Existenz dieser Lager aufdecken konnte. 

Nachdem die chinesische Regierung die Existenz der Lager zunächst leugnete, stellt sie die Einrichtungen nun als freiwillige Trainings- und Ausbildungszentren dar. Die Lager seien eine Maßnahme gegen den radikalen Islamismus. China behauptet, die Uiguren würden Unruhen und Terroranschläge stiften. Wie die „Zeit” berichtet, gibt es Aussagen von ehemaligen Lagerinsassen, die von Misshandlungen sprechen. Die Muslime seien dazu gezwungen worden, ihrer Religion abzuschwören und anstattdessen einen Treueschwur auf die kommunistische Regierungspartei abzuhalten. Als Begründung für die Inhaftnahme reichten schon das Tragen eines Schleiers, das Fasten im Ramadan oder der Besitz eines Gebetsteppichs. 

Muslimische Staaten halten sich mit Kritik an China zurück 

Viele Staaten verurteilen den Umgang der chinesischen Regierung mit der muslimischen Minderheit aufs Äußerste. In  der muslimischen Welt bleibt der große Aufschrei jedoch noch aus. Lediglich die Türkei rief im Februar dieses Jahres die chinesische Regierung dazu auf, die Internierungslager zu schließen. Laut Berichten der „Zeit” bezeichnete Hami Aksoy, Sprecher des Außenministeriums in Ankara, Chinas Vorgehen als „große Schande für die Menschheit”.  

Andere muslimische Staaten zeigen weniger Anteilnahme am Schicksal der Uiguren. Ägypten und Pakistan lieferten uigurische Studenten auf Pekings Bitte hin aus, und als Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman im Februar auf den chinesischen Staatschef Xi Jinping traf, hatte er bewundernde Worte für den chinesischen „Kampf gegen den Terrorismus” übrig, so die „SZ”. 

Grund für die Zurückhaltung der muslimischen Staaten sind vermutlich wirtschaftlichen Beziehungen zu China. Viele arabische Länder sehen zum Beispiel im chinesischen Projekt der „Neuen Seidenstraße” eine Chance, den Nahen Osten zu stabilisieren. 


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Quelle: https://www.businessinsider.de/china-zerstoert-systematisch-moscheen-der-uigurischen-minderheit-2019-4

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