China verteidigt seine Umerziehungslager für Muslime

Vor dem Hintergrund der internationalen Kritik hat die chinesische Regierung die Umerziehungslager für muslimische Uiguren (Uyghuren) in der westlichen Region Xinjiang (Uyghuristan) verteidigt. Das harte Vorgehen Pekings habe Terroranschläge (angeblich) verhindert und den Tourismus in der Region (angeblich) vorangetrieben.

Die Internierungslager für Muslime werden in einem am Montag veröffentlichten Weißbuch gerechtfertigt: Diese entsprächen den chinesischen Gesetzen und die Insassen – oder „Studenten“, wie sie im Bericht bezeichnet werden – würden gut behandelt.
Die „Studenten” hätten Zugang zu diversen Kultur- und Sportaktivitäten sowie zu Ausbildungsprogrammen, darunter in den Bereichen Bekleidungsproduktion, Lebensmittelverarbeitung und Zusammenbau elektrischer Geräte.

Laut Medienberichten berichten ehemalige Insassen jedoch von Folter, Gehirnwäsche und anderen Misshandlungen in den Lagern. Die Einweisung soll zudem ohne Gerichtsbeschluss erfolgen. Auch ist unklar, unter welchen Umständen jemand wieder entlassen werden kann.

In dem Weißbuch heißt es außerdem, die Region Xinjiang (Uyghuristan) stehe „seit einiger Zeit unter dem kombinierten Einfluss von Separatisten, religiösen Extremisten und Terroristen“. Chinesische Behörden hätten seit 2014 knapp 13.000 Terroristen in Xinjiang (Uyghuristan) festgenommen.

Nach UN-Schätzungen sind bis zu eine Million Uiguren (Uyghuren) und andere Muslime in den Umerziehungslagern eingesperrt. Die chinesischen Behörden bezeichnen diese Zahl als übertrieben.

Die Kritik an den Lagern könnte auch eine Rolle bei der Europareise von Staats- und Parteichef Xi Jinping von Donnerstag an nach Italien, Monaco und Frankreich spielen.

Der Gouverneur von Xinjiang (Uyghuristan), Shorat Zakir, hatte die Lager 2018 in einem Interview als „kostenlose Berufsausbildung“ bezeichnet. Und zwar ziele das „Berufsausbildungs- und Trainingsprogramm“ auf jene ab, die von Terrorismus und Extremismus beeinflusst worden seien, sich aber nur kleinerer Vergehen schuldig gemacht hätten und somit nicht strafrechtlich belangt werden müssten.

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Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/20190318324380028-china-umerziehungslager-muslime/ 

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